Wir über uns


Gruppenportrait Sepp Hager & Freunde

Wenn ich heute an die Anfänge unserer Gruppe zurückdenke, fällt mir zwangsläufig das Festival im Theaterzelt in Altötting ein. Ohne FITZ gäbe es wahrscheinlich auch „Sepp Hager und Freunde“ nicht, und das kam so:

Beim zweiten FITZ 1995 wollte ich unbedingt mit dem Theaterstadl Unterneukirchen meine Gerichtskomödie „Der zerbrochene Maßkrug“ aufführen. Das Stück hatten wir zuvor schon mit großem Erfolg in Unterneukirchen gespielt.      

Leider war zur „FITZ-Zeit“ einer unserer Hauptdarsteller beruflich verhindert, so dass eine Wiederholung des Stücks beim Festival nicht möglich war. Ich sagte den FITZ – Verantwortlichen aber zunächst einen Auftritt beim Bunten Abend zu, ohne dass ich mir dabei irgendwelche Gedanken gemacht hätte, was wir denn an diesem Abend zur Aufführung bringen könnten. „Kommt Zeit, kommt Rat“, lautet ein altbewährtes Sprichwort, das besonders Theaterleute gerne aufgreifen, es sei denn der nächste Auftritt steht unmittelbar bevor. Als dann der Bunte Abend bereits bedrohlich nahe gerückt war, kramte ich in meinem Ideen-Ordner und fand darin etliche von mir verfasste Sketche, die bislang allesamt noch nicht zur Aufführung gelangt waren.

Mit meinem Bruder Adi, meinem Spezl Fritz Mayer und mit Helga Mädler -  alle drei waren damals und sind auch noch heute Mitglieder des Theaterstadls Unterneukirchen - übte ich die Sketche in der Woche vor dem Auftritt ein. Der Bunte Abend wurde insgesamt ein voller Erfolg. Unser eigener Auftritt lief wesentlich besser, als wir das selbst erwartet hauen. Mit unserem Humor trafen wir scheinbar genau den Geschmack des Publikums.

Der Renner des Abends war unsere simultanübersetzte Rede eines amerikanischen Präsidentschaftskandidaten. Als ich -  der Kandidat - zusammen mit meinem angetrunkenen Simultandolmetscher Fritz Mayer aus dem Zelt ausmarschierte, brodelte die Stimmung und auch Zugabe-Rufe wurden laut.

Nach Ende des Programms kamen zwei Veranstalter auf uns zu, die uns mit einem kompletten Abendprogramm verpflichten wollten. Das Problem war nur, dass wir damals noch gar keine anderen Nummern als die gerade aufgeführten hatten. Das sagte ich den beiden Veranstaltern natürlich nicht. Als ich Fritz, Adi und Helga, die unseren Erfolg ausgiebig feierten, über die Angebote informierte, meinte Adi: „Ja, dann wirst halt ein paar Nummern schreiben müssen, dass‘ für einen ganzen Abend langt“. So wurde in dieser Nacht unsere Kabarettgruppe geboren. In den nächsten Monaten schrieb ich entsprechend der Weisung meines Bruders weitere Sketche und Nummern, bis ich den Eindruck haue, ein anspruchsvolles abendfüllendes Programm auf die Beine gestellt zu haben. Und dann konnten wir loslegen. Was uns noch fehlte, war ein Name für unsere Gruppe. Auch als wir im Herbst 1995 bei einem von der Kabarettgruppe ‘s Ohrlabbal in Hirschhorn organisierten Kleinkunstabend auftraten, hatten wir immer noch keinen passenden Namen gefunden. Ohrlabbal-Chef Franz Lindinger kündigte uns auf den Plakaten kurzerhand als „Sepp Hager und Freunde“ an. Bis heute ist uns nichts besseres eingefallen.  

1996 haben wir unser erstes abendfüllendes Programm „Verstehst mi scho?“  aufgeführt, wobei wir unsere Gruppe zahlenmäßig um drei Leute verstärkten. Neben Claudia Herzog, ebenfalls Theaterstadlmitglied, und ihrem Vater Sepp Prambs, einem der Macher der Mörnthalbühne Tüßling, stieß noch der Student Wolfgang Hirn hinzu, der sich trotz fehlender Bühnenerfahrung als Naturtalent erwies. Seit 1997 gehört neben „Musikus“ Dieter Hüttl, der für die musikalische Umrahmung sorgt, mit Peter Miesgang vom Theaterstadl ein weiterer Vollblutkomödiant zu unserem Team.

Im Frühjahr 1998 gingen wir mit unserem zweiten Programm „Sei duad‘s a so!“ erstmals auf Tournee. Sämtliche Auftritte waren ausverkauft, lediglich in Pfarrkirchen wurden wir durch die „Meningitis“ gestoppt. Rechtzeitig zum Tourstart brachten wir auch unsere erste CD heraus. 

Unser großer Traum von der eigenen Bühne, dem eigenen Theaterhaus, wurde schließlich im Herbst 1999 mit der Einweihung des „Prambs-Stadls“ in Obermörmoosen Wirklichkeit. Schon eine Woche nach der offiziellen Einweihung feierten wir im Stadl mit unserem dritten Streich  Für jeden Ebbs“ Premiere. Mit diesem Programm, das auch als Live-Video erhältlich ist, haben wir wohl den endgültigen Durchbruch in der regionalen Kabarettszene geschafft.  

Mit unserem vierten Programm „Vorm Loch verreckt“, ebenfalls als Video erhältlich, feierten wir wieder einen großen Erfolg und konnten es abermals zwei Jahre lang spielen.

Festes Ensemble – Mitglied von „Sepp Hager und Freunde“ ist seit Herbst 1999 auch die Garchingerin Dany Wörresch. Unser “Nesthäckchen mit der goldenen Stimme“, die bereits als „Schwangerschaftsvertretung“ für Claudia Herzog eingesprungen war, begeistert das Publikum regelmäßig mit ihren Gesangspassagen.

Mit den 10 Mitgliedern (3 Frauen, 7 Männer) werden wir ab Frühjahr 2004 im Prambs-Stadl unser fünftes Kabarettprogramm mit dem Titel  "Zwoaraloa Leid" bestreiten.